Über uns

Wir sind Mama (37) und Stöpsel (23 Monate) und wir möchten euch gerne erzählen, wie wir uns kennengelernt haben.

Stöpsel hat uns anfangs wirklich zur Verzweiflung gebracht. Nicht, dass wir uns über ihn geärgert haben. Nein! Wir lieben unseren Stöpsel. Aber wir waren wirklich verzweifelt, weil es alles ganz anders war als wir es uns vorgestellt hatten, als man überall liest.

Ich werde hier noch darüber philosophieren, ob ich glaube, dass es an den Erwartungen ans Elternwerden liegt oder wir gar das Problem waren.
Fakt ist: irgendwas an Stöpsel ist anders, immer noch, und vermutlich der Grund für die viele Verzweiflung. Er wird demnächst 2 Jahre alt und nach etwa einem halben Jahr „Unauffälligkeit“ zeigt sich aktuell wieder, dass er anders ist. Ob alles miteinander zusammen hängt – das viele Weinen am Anfang („Schreikind“ bzw. Regulationsstörung), das KISS oder KISS-Syndrom, die immensen Schlaf-/Wachprobleme (und damit meine viel schwerwiegendere Sorgen als ein nicht durchschlafendendes Kind) – das wissen wir ehrlich gesagt nicht. Es wird uns auch keiner beantworten.

Irgendwie passte auch viel was wir erlebt haben zu dem, was ich im Buch „24-Stunden-Baby“ (oder im Englischen: Fussy Baby) gelesen habe. Wobei unsere Sorgen anders gewichtet waren als im Buch beschrieben. Aber ein „High Need Baby“ (oder wie ich es nenne: besonders liebesbedürftiges Baby) beschreibt am besten, was ich an unserem Kind im Vergleich zu anderen beobachtet habe.

Diese Seite habe ich geschaffen, um meine Erfahrungen mit Stöpsel mit anderen verzweifelten Mamas und Papas zu teilen. In der ersten Zeit habe ich wahnsinnig viel gelesen und recherchiert, auf der Suche nach Antworten, warum mein Kleiner anders ist, was man tun kann für einen ruhigeren Alltag. Und bin immer wieder zu dem Schluss gekommen, dass das, was wir durchgemacht haben, in dieser Schwere nur wenige erleben.

In der ersten Zeit habe ich viele Notizen gemacht. Viiiele Notizen. Wie es mir ging, woran ich verzweifelt bin, welche Kommentare anderer ich gefunden habe, was ich probiert habe, was für Fragen offen blieben. Ich habe mir immer vorgenommen, dass wenn die Zeit kommt, ich daraus ein Art Tagebuch mache – für mich und andere. Jetzt ist die Zeit gekommen. Denn trotz allem haben wir uns entschlossen, einen zweiten Stöpsel zu bekommen und ich fühle, dass jetzt, 3 Monate vor dem erwarteten zweiten Stöpsel, eine gute Zeit ist, alte Emotionen noch mal auszugraben, so ich sie noch richtig nachfühlen kann.
Denn trotz aller Härte, die man nach der Geburt aushält und trotz aller Tränen und Verzweiflung… irgendwann ist die Schwere dieser Zeit einfach nicht mehr nachfühlbar. Dabei wird sich die Natur sicherlich etwas gedacht haben. Und dennoch möchte ich es probieren. Für euch da draußen, ihr Mamas und Papas, die dasselbe durchmachen und trotz allem nur auf Unverständnis durch eure Umwelt stößt.

Ich habe mich in dieser Zeit verändert. Eine sich im bisherigen Leben schon anbahnende andere Weltsicht wurde in dieser Zeit verstärkt. Ich habe mich stark auseinandergesetzt mit gesellschaftlichem Gedankengut zum Thema Kinderpflege, Gesundheit und Kindererziehung. Und mache inzwischen viele Dinge anders als andere Mütter um mich herum. Diese „alternativen“ Gedanken und Ideen möchte ich auch mit euch teilen. Nicht, um euch zu überzeugen, sondern weil es für mich einfach zu dieser Babyzeit dazu gehört. Ich möchte euch bitten, es mir nachzusehen, wenn ihr meine Ideen ein wenig zu öko findet.

Mir ist übrigens bewusst, dass ich hier den Eindruck vermittele, dass ein Baby eine wirklich schwere Herausforderung ist und man sich auch nicht immer darüber freut, ein Kind zu haben. Ich versichere euch, ich liebe mein Kind und ich würde diese Herausforderung auch jederzeit wieder annehmen.
Ich möchte dennoch gerne vor allem darüber reden, wie schwer es mit Kindern sein kann. In erster Linie um denen Trost zu spenden, die nur auf Menschen stoßen, die einem das Gefühl geben, dass es doch so schwer nicht sein kann. Denn es kann so schwer sein. Nicht zuletzt, weil wir keine gefühllosen Roboter sind und nicht jeder von und so erfindungsreich, einfühlsam und geduldig ist wie man von Eltern manchmal erwartet. Kritiker meiner Denkweise oder meiner Ehrlichkeit können sich gerne in den bekannten Internetforen an Mamas wie mir auslassen, aber nicht hier. Ich möchte, dass diese Seite ein geschützter Ort ist, die liebevollen Anschluss finden an andere Eltern, die auch einen schweren Start haben.